30. Juni 2018

Orgelklang 12

30. Juni 2018

An den Ladegastorgeln: FRANK BETTENHAUSEN – Organist an der Stadtkirche zu Rudolstadt

Programm 30. Juni 2018

Orgelklang 12
„Friedrich Ladegast zum 200. Geburtstag“


An der großen Ladegastorgel

Josef Rheinberger (1839-1901)            
Orgelsonate Nr. 14  in C-Dur op. 165     
I. Präludium (Maestoso)

Begrüßung

An der kleinen Ladegastorgel

Josef Rheinberger (1839-1901)            
aus: Zwölf Charakterstücke op. 156
Duett                

Lesung

An der großen Ladegastorgel

Frank Howard Warner (1875-?)        
A Midsummer Idyll

Lesung und Segenswort

An der großen Ladegastorgel

Gustav Merkel (1827 - 1885)            
Sonate Nr. 2 d - Moll op. 42
Herrn J.G.Töpfer, Professor und Organist in Weimar, gewidmet
Maestoso – Adagio – Introduction (Allegro assai) und Fuge

An den Ladegastorgeln: Frank Bettenhausen – Organist an der Stadtkirche zu Rudolstadt

Geistliches Wort: Pfarrer i.R. Harmut Richter        

VITA

Frank Bettenhausen studierte Kirchenmusik und Klavierpädagogik an der Fachakademie für Ev. Kirchenmusik in Bayreuth (Orgel bei Hartmut Rohmeyer). Nach einem Praktikum an der
St. Jakobs-Kirche in Rothenburg ob der Tauber schloß sich ein Aufbaustudium der Kirchenmusik an der Musikhochschule Detmold an (Staatliche A-Prüfung 1994). Schwerpunkte waren hier besonders Orgel (Prof. Weinberger) und Dirigieren (Prof. Harder), auch Studien im Cembalospiel bei G. Hollmann. 1995-2002 war er Dekanatskantor an der Stadtkirche Rüsselsheim. Seit 2002 ist er zusammen mit seiner Frau als Kirchenmusiker an den beiden Hauptkirchen in Rudolstadt tätig. Konzertreisen führten in u. a. nach Frankreich (Paris) und Finnland. Als Organist ist er auch in mehreren Rundfunksendungen zu hören und führte zusammen mit den Thüringer Symphonikern die wichtigsten Konzerte für Orgel und Orchester des 19. und 20. Jahrhunderts auf. Mit der Wiedereinweihung der restaurierten Ladegastorgel (2005) in der Stadtkirche zu Rudolstadt initiierte er als künstlerischer Leiter die Rudolstädter Orgeltage und spielte zwei CDs auf dieser Orgel ein. In der EKM ist er zudem als Orgelsachverständiger tätig.


Orgelsommerkonzert in Zöschen

30. Juni 2018

Ladegast-Orgel (2 Manuale, Pedal, 18 Register)
FRANK BETTENHAUSEN – Organist an der Stadtkirche zu Rudolstadt

Kirche und Orgel von Zöschen

In Zöschen steht der Kirchturm als ältester Teil des Bauwerks ungewöhnlicherweise in der Mitte der Kirche. Ursprünglich schloß sich  an diesen im Kern noch romanischen Chorturm östlich eine Apsis für den Altar und westlich ein niedrigeres Kirchenschiff an. 1754-57 wurde aus diesem ein breiterer und höherer barocker Saal und ein fast gleich-großer Chorraum ersetzte die Apsis, so daß ein interessantes Raum-gefüge entstand. Leider wurden die Choremporen in den 1970er Jahren dem Einbau einer massiven Winterkirche geopfert, was auch die Akustik des Raumes veränderte.
Die Dokumente zur Entstehung der Ladegast-Orgel (Werkverzeichnis Massmann Nr. 36) sind im Pfarrarchiv erhalten: Gutachten zur barocken Vorgängerorgel mit Kostenvoranschlag zu einer neuen Orgel von Friedrich Ladegast am 2.11.1861, genehmigt von Orgelrevisor Domorganist David Hermann Engel 3.12.1861, Vertrag 2.1.1862, Abnahmeprotokoll von Engel 7.1.1864. In einem Brief an den Pfarrer vom 18.12.1866 erwähnt Ladegast das „gewiß in jeder Hinsicht noble Gehäuße“ und die auch von Engel hervorgehobene besondere Konstruktion der Balganlage, die – wie die seitliche Anordnung des Spieltisches – durch den knappen Raum auf der Empore bedingt war.
Die Orgel blieb bis auf den Verlust des Zinnprospekts 1917 unverändert. 1992 wurde sie auf Inititiative der Kirchgemeinde mit Unterstützung der Denkmalschutzbehörde des Landkreises durch den halleschen Orgel-bauer Thomas Hildebrandt instand gesetzt. Sie besitzt mechanische Schleifladen, der Tonumfang reicht im Manual von C bis f’’’ (Bordun ab c), im Pedal von C bis d’. Hier die Disposition:

I. Manua lHauptwerk:
Bordun 16’
Principal 8’
Rohrflöte 8’
Viola di Gamba 8’
Principal 4’
Gedackt 4’
Quinte 3’
Octave 2’
Cornett 3fach
Mixtur 3fach 11/3

II. Manual Hinterwerk:
Geigenprincipal 8’
Salicional 8’
Lieblichgedackt 8’
Flauto amabile 8’
Flauto dolce 4’

Pedal:
Violon 16’
Subbaß 16’,
Violoncello 8’

Nebenzüge:
Pedalkoppel (I-P)
Manualkoppel