25. August 2018

Orgelklang 12

25. August 2018

An den Ladegastorgeln: MICHAEL SCHÖNHEIT – Domorganist zu Merseburg

Programm 25. August 2018

Orgelklang 12
„Friedrich Ladegast zum 200. Geburtstag“

An der großen Ladegastorgel

Johann Sebastian Bach (1685-1750)  
Concerto G-Dur BWV 592
(nach Johann Ernst von Sachsen-Weimar)
ohne Bezeichnung- Grave- Presto

Begrüßung

An der kleinen Ladegastorgel

Johann Gottfried Walther (1684-1748) 
Partita sopra "Jesu meine Freude"            

Lesung

An der großen Ladegastorgel

Johann Christian Leberecht Kittel (1732-1809) 
Aus: „Große Präludien für die Orgel“   
Präludium d -Moll  

Michael Gotthard Fischer (1773-1829) 
Aus: „Zwölf Orgelstücke von verschiedener Art“ op. 9
Vorspiel zu dem Liede: "Befiehl du deine Wege" (Nr. 2)
Nachspiel fürs volle Werk: Sehr feurig und bestimmt (Nr. 12)

Lesung und Segenswort

An der großen Ladegastorgel

August Gottfried Ritter (1811-1885) 
Sonate Nr. 1 für Orgel, d-moll, op. 11
(komponiert 1845  in Merseburg)
Allegro, Andante, Adagio – Andante –  Allegro, Adagio-
Andante con moto – Allegro, Andante, Adagio

An den Ladegastorgeln: MICHAEL SCHÖNHEIT – Domorganist

Geistliches Wort: Pfarrer i.R. Hartmut Richter           
    
VITA

Michael Schönheit, geboren in Saalfeld, erhielt seine erste musikalische Ausbildung bei seinem Vater Walter Schönheit und war Mitglied der Thüringer Sängerknaben. Von 1978 - 1985 studierte er Dirigieren, Klavier und Orgel an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“. 1984 wurde er Preisträger des Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs in Leipzig. 
Von 1985 bis 1991 war er als Organist und Kantor in Saalfeld tätig. 1986 wurde er zum Gewandhausorganisten berufen. Hier umfasst sein Wirkungsbereich die Gestaltung der Gewandhausorgelkonzerte, thematischer Zyklen, die Mitwirkung in den Gewandhauskammermusiken sowie Auftritte als Solist mit dem Gewandhausorchester.
Seit 1994 ist Michael Schönheit künstlerischer Leiter der Merseburger Orgeltage, die sich zu einem der führenden Orgelfestivals in Deutschland entwickelt haben. Seit 1996 ist Schönheit zudem Domorganist in Merseburg.
Im Jahre 1998 gründete er das Ensemble Merseburger Hofmusik, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Musik vom 17. bis zum 19. Jahrhundert auf Instrumenten historischer Mensur zu spielen.
Von 1998 bis 2005 leitete Michael Schönheit den Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg.
Michael Schönheit ist darüber hinaus ein gefragter Gastorganist. Seine Konzerttätigkeit erstreckt sich über die europäischen Länder hinaus bis in die USA und nach Japan.
Als Solist gastierte er neben dem Gewandhausorchester bei so renommierten Orchestern wie der Sächsischen Staatskapelle Dresden, den Münchner Philharmonikern, dem Konzerthausorchester Berlin, der Dresdner Philharmonie, dem Orchestra  dell’ Accademia Nazionale di Santa Cecilia  Rom,  dem New York Philharmonic Orchestra u.v.a.. Bei zahlreichen internationalen Wettbewerben ist er als Jurymitglied tätig. Neben seiner Tätigkeit als Organist und Ensembleleiter widmet sich Schönheit seit vielen Jahren dem historischen Hammerklavier. Er spielt einen historischen Hammerflügel der Firma John Broadwood aus dem Jahre 1805 und einen Hammerflügel von Franz Bayer Wien aus der Zeit um 1825.
Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen ergänzen sein vielseitiges künstlerisches Wirken.  So erschienen in den Jahren 2005 und 2006  bei MDG viel beachtete CDs mit Werken von J.S. Bach, F. Liszt, J. Reubke und M. Reger auf der großen Ladegast-Orgel im Merseburger Dom. 2010 erschien bei Decca die Einspielung der Sechs Brandenburgischen Konzerte von Bach mit dem Gewandhausorchester unter Riccardo Chailly, bei der Schönheit den Cembalosolopart des 5. Brandenburgischen Konzertes übernahm.  Mit der Merseburger Hofmusik erschien  im Jahre 2013  beim Verlag Kamprad die Gesamteinspielung des  Orchester- und Kantatenwerkes von Johann Ludwig Krebs. Dieser Produktion folgten beim gleichen Verlag 2016 die Veröffentlichung von Joseph Haydn's Oratorium "Schöpfung",des Requiems op. 144b von Max Reger und des „Deutschen Requiems“ von Johannes Brahms. In diesem Jahr erscheint zum 20-jährigen Bestehen der Merseburger Hofmusik und des 25-jährigen Bestehens des Collegium Vocale Leipzig eine Produktion der Messe H-Moll von Johann Sebastian Bach.  Zum 200. Geburtstag von Friedrich Ladegast am 30. August 2018 erscheint eine Einspielung des historischen  Konzertprogramms zur Einweihung der Merseburger Domorgel Friedrich Ladegasts aim Jahre 1855.
Für seine Verdienste um die Restaurierung der Merseburger Domorgel und die Entwicklung der Merseburger Orgeltage zu einem Festival von hohem Rang wurde Michael Schönheit im Jahre 2015 mit dem Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.


Orgelsommerkonzert in Borau

25. August 2018

ACHTUNG:
Das Konzert entfällt leider aus technischen Gründen,
wird aber am 20. Oktober nachgeholt.

Ladegast-Orgel 1859 (2 Manuale, Pedal, 13 Register)
MICHAEL SCHÖNHEIT– Domorganist zu Merseburg

Kirche und Orgel von Borau-Selau

Die kleine Dorfkirche von Selau (das Kirchdörfchen ging Mitte des vergangenen Jahrhunderts in Borau auf und gehört heute zur Stadt Weißenfels) liegt idyllisch am Ortsrand. Sie besitzt eine einheitliche spätbarocke Ausstattung. Ungewöhnlich und so in der Region sonst kaum erhalten finden sich an den Brüstungen der doppelgeschossigen Emporen zahlreiche geistliche „Sinnbilder“, die sich dem heutigen Betrachter freilich kaum noch erschließen.
Den Auftrag für die Orgel erhielt Friedrich Ladegast im Jahr 1854. Er wohnte damals in Merseburg, wo er sein erstes Meisterwerk schuf: die große Domorgel, die ihn berühmt machte. Die Orgel für Selau wird in seinem Werkverzeichnis unter 1859 geführt, vermutlich hat er die Arbeit erst in diesem Jahr ausgeführt. Gefordert war von ihm in Selau zunächst lediglich eine Reparatur der vorhandenen Orgel von 1799, was ihm jedoch nicht zweckmäßig erschien. Er übernahm von diesem Instrument schließlich nur Gehäuse und Zimbelstern.
Die Orgel hat mechanische Schleifladen und eine mechanische Spiel- und Registertraktur.  Die Disposition lautet:

Hauptwerk (C-f³):
Principal 8’
Bordun 16’
Flöte 8’
Octave 4’
Gemshorn 4’
Nasard 2 2/3’
Octave 2’
Mixtur 3fach

Oberwerk (C-f³):
Gedackt 8’
Gamba 8’
Zartflöte 4’

Pedal (C-d’):
Subbaß 16’
Violon 16’

Cimbelstern
Manualcoppel
Pedalcoppel