Orgelsommerkonzert in Zöschen

Ladegast-Orgel (2 Manuale, Pedal, 18 Register)
FRANK BETTENHAUSEN – Organist an der Stadtkirche zu Rudolstadt

Kirche und Orgel von Zöschen

In Zöschen steht der Kirchturm als ältester Teil des Bauwerks ungewöhnlicherweise in der Mitte der Kirche. Ursprünglich schloß sich  an diesen im Kern noch romanischen Chorturm östlich eine Apsis für den Altar und westlich ein niedrigeres Kirchenschiff an. 1754-57 wurde aus diesem ein breiterer und höherer barocker Saal und ein fast gleich-großer Chorraum ersetzte die Apsis, so daß ein interessantes Raum-gefüge entstand. Leider wurden die Choremporen in den 1970er Jahren dem Einbau einer massiven Winterkirche geopfert, was auch die Akustik des Raumes veränderte.
Die Dokumente zur Entstehung der Ladegast-Orgel (Werkverzeichnis Massmann Nr. 36) sind im Pfarrarchiv erhalten: Gutachten zur barocken Vorgängerorgel mit Kostenvoranschlag zu einer neuen Orgel von Friedrich Ladegast am 2.11.1861, genehmigt von Orgelrevisor Domorganist David Hermann Engel 3.12.1861, Vertrag 2.1.1862, Abnahmeprotokoll von Engel 7.1.1864. In einem Brief an den Pfarrer vom 18.12.1866 erwähnt Ladegast das „gewiß in jeder Hinsicht noble Gehäuße“ und die auch von Engel hervorgehobene besondere Konstruktion der Balganlage, die – wie die seitliche Anordnung des Spieltisches – durch den knappen Raum auf der Empore bedingt war.
Die Orgel blieb bis auf den Verlust des Zinnprospekts 1917 unverändert. 1992 wurde sie auf Inititiative der Kirchgemeinde mit Unterstützung der Denkmalschutzbehörde des Landkreises durch den halleschen Orgel-bauer Thomas Hildebrandt instand gesetzt. Sie besitzt mechanische Schleifladen, der Tonumfang reicht im Manual von C bis f’’’ (Bordun ab c), im Pedal von C bis d’. Hier die Disposition:

I. Manua lHauptwerk:
Bordun 16’
Principal 8’
Rohrflöte 8’
Viola di Gamba 8’
Principal 4’
Gedackt 4’
Quinte 3’
Octave 2’
Cornett 3fach
Mixtur 3fach 11/3

II. Manual Hinterwerk:
Geigenprincipal 8’
Salicional 8’
Lieblichgedackt 8’
Flauto amabile 8’
Flauto dolce 4’

Pedal:
Violon 16’
Subbaß 16’,
Violoncello 8’

Nebenzüge:
Pedalkoppel (I-P)
Manualkoppel


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