Orgelsommerkonzert in Blösien

Ladegast-Orgel 1855 (1 Manual, Pedal, 11 Register)
ISTVAN ELLA – Budapest

Kirche und Orgel von Blösien

Wie ein spätgotisches Krönlein sitzt die kleine Orgel auf der oberen Empore des hohen schmalen Kirchensaals von Blösien, der in der Barockzeit ein kleineres älteres Kirchenschiff esetzte. Er schließt sich an den heute in der Mitte der Kirche stehenden Turm an, der wohl ursprünglich ein Chorturm war und in seinem Kern noch aus spätromanischer Zeit stammen könnte. An seiner Ostseite wurde dort, wo sich zuvor eine romanische Apsis befand, in spätgotischer Zeit ein breiteres Chorpolygon angefügt.
Von der Ausstattung ist aus dieser Bauzeit der Schnitzaltar erhalten geblieben. Neben ihm lohnen auch der barocke Taufstein von 1686 und ein Epitaph von 1728 aus der bekannten Merseburger Hoppenhaupt-Werkstatt einen Blick.
Die Orgel (Massmann, Nr. 17) schuf Friedrich Ladegast in demselben Jahr 1855, in dem er die große Merseburger Domorgel vollendete.
Das wertvolle Instrument wurde 1995 auf Initiative der Denkmal-schutzbehörde des Landkreises und des Freundeskreises Musik und Denkmalpflege restauriert. Dabei wurde auch der 1917 abge-lieferte Zinnprospekt durch die Thüringer Orgelbaufirma Rösel & Hercher (Saalfeld) rekonstruiert. Die Restaurierung des Gehäuses übernahm Hans Rothe (Burgliebenau).
Die Orgel hat mechanische Schleifladen; ihr Tonumfang reicht im Manual von C-f’’’, im Pedal von C-d’.  
Die Disposition lautet:

Manual:
Principal 8’
Viola di Gamba 8’
Gedeckt 8’
Lieblich Floete 8’
Octava 4’
Floete minor 4’
Naßat 3’
Octava 2’
Mixtur 3fach 11/3

Pedal:
Subbaß 16’
Cello 8’

Nebenzug:
Pedalcoppel


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