Orgelsommerkonzert in Borau

Ladegast-Orgel 1859 (2 Manuale, Pedal, 13 Register)
MICHAEL SCHÖNHEIT – Domorganist zu Merseburg

Kirche und Orgel von Borau-Selau

Die kleine Dorfkirche von Selau (das Kirchdörfchen ging Mitte des vergangenen Jahrhunderts in Borau auf und gehört heute zur Stadt Weißenfels) liegt idyllisch am Ortsrand. Sie besitzt eine einheitliche spätbarocke Ausstattung. Ungewöhnlich und so in der Region sonst kaum erhalten finden sich an den Brüstungen der doppelgeschossigen Emporen zahlreiche geistliche „Sinnbilder“, die sich dem heutigen Betrachter freilich kaum noch erschließen.
Den Auftrag für die Orgel erhielt Friedrich Ladegast im Jahr 1854. Er wohnte damals in Merseburg, wo er sein erstes Meisterwerk schuf: die große Domorgel, die ihn berühmt machte. Die Orgel für Selau wird in seinem Werkverzeichnis unter 1859 geführt, vermutlich hat er die Arbeit erst in diesem Jahr ausgeführt. Gefordert war von ihm in Selau zunächst lediglich eine Reparatur der vorhandenen Orgel von 1799, was ihm jedoch nicht zweckmäßig erschien. Er übernahm von diesem Instrument schließlich nur Gehäuse und Zimbelstern.
Die Orgel hat mechanische Schleifladen und eine mechanische Spiel- und Registertraktur.  Die Disposition lautet:

Hauptwerk (C-f³):
Principal 8’
Bordun 16’
Flöte 8’
Octave 4’
Gemshorn 4’
Nasard 2 2/3’
Octave 2’
Mixtur 3fach

Oberwerk (C-f³):
Gedackt 8’
Gamba 8’
Zartflöte 4’

Pedal (C-d’):
Subbaß 16’
Violon 16’

Cimbelstern
Manualcoppel
Pedalcoppel


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