Juni 2019

Eröffnungskonzert des Orgelsommers im Merseburger Land

Eröffnung des Orgelsommers im Merseburger Land
„Musik für vier Hände und vier Füße“
An den Ladegastorgeln: REINHARD SEELIGER und HENRI ORMIERES
(Eintritt: 10 €)


Eröffnungskonzert im Merseburger Dom

Eröffnung des Orgelsommers im Merseburger Land
„Orgelmusik für vier Hände und vier Füße“

An den Ladegastorgeln: REINHARD SEELIGER und HENRI ORMIERES


Pfingstsonntag

Konfirmationsgottesdienst mit Abendmahl
DOMKANTOREI MERSEBURG, DOMKANTOR STEFAN MÜCKSCH – Leitung und Orgel


Pfingstmontag

Ökomenischer Gottesdienst zum Pfingstfest
DOMKANTOREI MERSEBURG, DOMKANTOR STEFAN MÜCKSCH – Leitung und Orgel


Sonderkonzert am Pfingstmontag in Osmünde

An der Zurbierorgel: GEWANDHAUSORGANIST MICHAEL SCHÖNHEIT


Gottesdienst zum Schloßfest

An der Ladegastorgel: DOMORGANIST MICHAEL SCHÖNHEIT


„Ich will den Kreuzstab gerne tragen“

„Ich will den Kreuzstab gerne tragen“
Die Bass-Solo-Kantaten von Johann Sebastian Bach
KLAUS MERTENS – Bass, CANTIAMO, MERSEBURGER HOFMUSIK,
Leitung: MICHAEL SCHÖNHEIT
(VVK 20 €, erm. 17 €; AK 25 €, erm. 22 €)

Programm

Bachs Jesus wohnte in Merseburg!
Ein Konzertprogramm um Thomaskantor Johann Sebastian Bach, seinen Sohn Wilhelm Friedemann, seinen Bassisten Lipsius und seinen Mitbewerber um das Leipziger Thomaskantorat: den Merseburger Domorganist Georg Friedrich Kauffmann

Johann Sebastian Bach und Merseburg: im ersten Moment würde man da keine Verbindung sehen, aber es gibt sie. Der Merseburger Domorganist Georg Friedrich Kauffmann zählte 1722 zu den Mitbewerbern um das Thomaskantorat in Leipzig, und manch Leipziger Ratsherr hätte ihn lieber als Bach in dem Amt gesehen. Bach erhielt aber die Position, Kauffmann blieb Domorganist und wurde später Hofkapellmeister in Merseburg.
Ab Juni 1723 besuchte Bachs Sohn Wilhelm Friedemann die Leipziger Thomasschule. 1727 schickte ihn sein Vater nach Merseburg: um Violinunterricht bei Johann Gottlieb Graun, dem Konzertmeister der leistungsstarken Merseburger Hofkapelle, zu nehmen. Gut möglich, dass J.S. Bach ebenfalls häufiger nach Merseburg reiste, um mit den Musikern der Hofkapelle zu musizieren. 1729 unterstützten sie ihn, als er in Köthen die legendäre Trauermusik für Fürst Leopold aufführte.
Bachs Verbindungen in die Saalestadt waren aber noch vielfältiger, namentlich zu dem Merseburger Gerichtsnotar Johann Christoph Samuel Lipsius. Der gebürtige Thüringer studierte vor seinem Umzug nach Merseburg an der Leipziger Universität und erhielt während dieser Zeit dreimal größere Prämien aus der Leipziger Stadtkasse: „weiln er beym Kirchen Musicen als Bassiste assistiret“. Offensichtlich war er jener talentierte Bassist, für den Bach in den Jahren 1726/27 die unsterblichen Solokantaten "Ich habe genug" BWV 82 und "Ich will den Kreuzstab gerne tragen" BWV 56 komponierte. Bei der Premiere der Matthäus-Passion am Karfreitag 1727 dürfte Lipsius in der Thomaskirche die Partie des Jesus übernommen haben.
Unser Konzert-Programm soll musikalisch die engen Beziehungen zwischen dem Leipziger Thomaskantor und Merseburg hörbar machen. In die Rolle von Bachs Bassist schlüpft kein geringerer als Klaus Mertens, einer der führenden Bach-Interpreten unserer Tage und für nicht wenige der Bach-Bassist schlechthin. Nachdem ihm am 16. Juni für seine Verdienste die Bach-Medaille der Stadt Leipzig verliehen wird, gastiert er im Merseburger Dom gemeinsam mit der Merseburger Hofmusik. Er wird dabei jene Bass-Solokantaten zu Gehör bringen, die der Thomaskantor Bach einst für Lipsius komponierte. Mertens gastierte bereits zu den Merseburger Orgeltagen in den vergangenen Jahren.
Die in diesem Konzert erklingenden Orgelwerke Georg Friedrich Kauffmanns entstammen der 1733 erschienenen Sammlung von Choralvorspielen und Chorälen "Harmonische Seelenlust".
Da Kauffmann viele der Stücke mit Registerangaben versehen hat, ist ein Einblick in die Registrierpraxis der damaligen Zeit möglich.
 
Dr. Michael Maul


Orgelsommerkonzert in Gröst

Organo concertato
Werke von Johann Christian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart

MICHAEL SCHÖNHEIT – Orgel
VERONIKA STARKE, EVA SALONEN – Violine, BARBARA EIMANN – Violoncello
(In Zusammenarbeit mit der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft e.V.)


„Viola da Gamba solo“

Thomas Fritzsch – Viola da Gamba und Moderation
(15 €, erm. 12 €)

Programm

Güldene Gambenklänge


Georg Philipp Telemann
(1681-1767)
aus
12 FANTAISIES
pour la Basse de Violle
(Hamburg, 1735)

Fantasia 1 [c-Moll] TWV 40:26
Adagio / Allegro / Adagio / Allegro – Allegro

Fantasia 10 [E-Dur] TWV 40:35
Dolce / Allegro / Dolce / Allegro – Siciliana – Scherzando


[Jean?] de Sainte-Colombe
(gest. vor 1700)
aus dem Manuskript M.3 der Bibliothèque municipale de Tournus
Sarabande en passacaille C-Dur [151]
Chaconne C-Dur [136]
Pour la Basse


August Kühnel
(1645 - ca.1700)
aus
Sonate ô Partite
ad una ô due Viole da Gamba con il Basso Continuo ad libitum
nell'Anno 1698
Partita Solo XIII [a-Moll]
Preluda – Allemande – Corrente – Sarabande adagio – Giga presto


Carl Friedrich Abel
(1723-1787)
Suite in D/d für Viola da gamba solo senza Basso
WKO 198, 206, 200, 208 / A1:18, 27, 21, 29
aus dem Nachlaß von Thomas Gainsborough
Allegro – [Andante] – Tempo di Minuet - [Moderato]

 

Thomas Fritzsch – Viola da gamba

Thomas Fritzsch – Viola da gamba
Viola da gamba (siebensaitig) von Jacob Weiß, Salzburg, 1733

Der Gambist Thomas Fritzsch, bekennender Abelianer und „wohl einer der derzeit bedeutendsten Gambisten weltweit“ (Musica Sacra 04/2017), sucht seit vier Jahrzehnten mit Leidenschaft und brillantem historischen Wissen verschollene und vergessene Werke der Gambenliteratur. Zu seinen spektakulärsten Funden zählen Werke Carl Friedrich Abels und Johann Christian Bachs sowie Georg Philipp Telemanns 12 Fantasien für Viola da gamba  aus dem Jahre 1735, für die Thomas Fritzsch mit dem ECHO KLASSIK 2017 für die Welt-Ersteinspielung des Jahres ausgezeichnet wurde.

In der Barockkirche Burgliebenau wird Thomas Fritzsch auf einer Viola da gamba von Jacob Weiß aus dem Jahre 1733 musizieren. Das Instrument mit der auffälligen vergoldeten Rosette war einst im Besitz des Gambenpioniers Christian Klug.